Antaios-Rundbrief 3/2026

Mittwoch, 21. I.

Liebe Leser,

Susanne Dagen und Ellen Kositza haben sich zum ersten Literarischen Trio des Jahres getroffen, um Bücher vorzustellen und über sie zu streiten. Und weil zwei kein Trio sind, haben Sie Marc Pommerening zum Gespräch eingeladen.

Hier ist der Mitschnitt zu finden: Kanal Schnellroda auf YouTube.

Unten: die drei präsentierten Bücher - eines davon ein Meilenstein.

Ihr Götz Kubitschek

Ebrahimi: Und Federn überall - 24 €

Auftakt mit Ellen Kositza, die diesen Roman vorstellt - und sehr lobt.

Und Federn überall schildert einen einzigen Tag in einer Kleinstadt im Emsland und verknüpft dabei sechs Biographien miteinander. Eine Ingenieurin will optimieren, eine alleinerziehende Mutter will einen anderen Job, ein afghanischer Flüchtling denkt, seine Gedichte seien ein Asylgrund, undsoweiter.

Kositza spürt die Figuren, Dagen reagierte kritisch: Kein Deutscher darin sei aus sich selbst heraus etwas, alle bräuchten stets "das Fremde". Pommerening: vermittelnd, aber angetan.

Eines ist Und Federn überall sicher: das kurzweiligste Buch von den drei vorgestellten. Kositza empfiehlt - hier bestellen.

Schreiben in finsteren Zeiten – 68 €

Das ist der Ziegelstein und der Meilenstein zugleich - darin ist sich das Trio einig!

Marc Pommerening stellt diese Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945 vor, die der Heidelberger Germanist und Jünger-Experte Helmut Kiesel vorgelegt hat. Er ist schwer beeindruckt, Dagen und Kositza sind es auch.

Auch ich habe mich festgelesen an diesem Schinken, der fast 1400 Seiten dick und eine unerschöpfliche Fundgrube ist: Kapitel über einzelne Umbruchsjahre (1933, 1936, 1939), eines zur Neuordnung der Literaturpolitik und ihrer Institutionen und eines über Exilliteratur - man weiß mit jeder Seite besser, was man nicht kennt, obwohl man doch seit langem und gründlich liest!

Schon der Vorläufer aus Kiesels Germanistik-Werkstatt war eine Fundgrube: Die Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1918-1933 deckt die Epoche der Konservativen Revolution ab. 

Also: Wer entdecken will, und zwar ganze Kontinente, der kann unter jeden Arm eines der beiden Bücher klemmen und für ein Jahr in einer Hütte verschwinden:

Schreiben in finsteren Zeiten 1933-1945 - hier bestellen.

Geschichte der Deutschsprachigen Literatur 1918-1933 hier bestellen.

Magris: Kreuz des Südens – 23 €

Dagens Favorit - dicht geschrieben, kenntnisreich, patagonisch.

Ja, genau: patagonisch - drei Texte über drei Träumer, Auswanderer, Männer mit Fernweh und Idealen, die an der Südspitze Argentiniens und dem Fitzelchen Chile nach dem Leben, ihrer Aufgabe, etwas Großem suchten: in Patagonien.

Dagen ist von Claudio Magris schwer begeistert. Pommerening wirft ein, daß hier einer wirklich sehr viel Wissen ausbreite, und Kositza ist insgesamt kritisch - überhaupt ist die ganze Trio-Folge diesmal voller Auseinandersetzung und ganz unterschiedlichem Urteil, und sie ist lang, die längste bisher.

Aber Patagonien ist wirklich faszinierend, das wissen wir ja von Raspail her schon. Nach der Lektüre von Kreuz des Südens wissen wir es noch besser - hier bestellen und lesen!

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