Antaios-Rundbrief 22/2026

Dienstag, 2. VI.

Liebe Leser,

die Abfolge von Moderne-Postmodere-Bastardmoderne ist nicht nur theoretisch und in Kunstfragen interessant, sondern etwas, das wir politisch und im Alltag wahrnehmen können und müssen. Denn: Wir leben darin!

Ich biete heute also Bücher an, die forsch, hellsichtig, empört unsere Lage beschreiben und nach Begriffen für sie suchen. Keiner der Autoren läßt den Hauch eines Zweifels daran, daß sich diese Lage ändern muß, unbedingt!

Ich bin ebenfalls dieser Meinung.
Ihr Götz Kubitschek

Karon: Bastardmoderne - 19 €

Jan A. Karon war Redakteur bei NIUS. Nun hat er sein ersten Buch vorgelegt und mit ihm den Begriff "Bastardmoderne" in die Debatte eingespeist.

Wir alle wissen, daß die Moderne der Versuch war, Fixpunkte ohne Gott festzulegen. Die Postmoderne verwarf solche Verbindlichkeiten und spielte mit wechselnden Identitäten. In der Bastardmoderne ist es mit dem Spiel vorbei: Der Niedergang ist offensichtlich, man hat in ihm zu leben und zurechtzukommen, und das nimmt einen sehr unversöhnlichen Charakter an.

Karons Buch ist wuchtig, deutlich, ist Bestandsaufnahme und Anklage. Hier macht sich eine Generation "ehrlich" und zeigt, daß sie an kaum etwas von Bestand mehr glauben kann. 

Bastardmoderne - ist das ein Beginn oder ein Ende? - hier bestellen.

Pirincci: Der Übergang – 14 €

Was Karon die Bastardmoderne nennt, hätte Akif Pirincci vor zehn Jahren bereits so nennen können. Sie erinnern sich? Dieser Wahldeutsche war durchaus ein Seismograph - einer, der tiefe Erschütterungen wahrnahm und auf den Begriff brachte, bevor andere etwas davon merkten.

Von Pirinccis letztem politischen Buch haben wir noch ein paar. Er berichtet darin aus einem verlorenen Land, aus Deutschland, und er nennt den Prozeß melancholisch einen "Übergang". Für mich als Verleger war dieses Buch Pirninccis sein stärkstes: Es ist realistisch und versucht, sich nichts mehr vorzumachen. Die Berichte sind erschütternd, und nun, bald zehn Jahre später, sehen alle, was Pirincci schon damals sah.

Den Übergang in die Bastardmoderne - hier bestellen.

Henkel: Totalitäre Transformation – 10 €

Natürlich versucht der Staat, den Übergang in die Bastardmoderne nicht in anarchistische Zustände abrutschen zu lassen. Michael Henkel, wissenschaftlicher Referent einer AfD-Landtagsfraktion, beschreibt diesen Zugriff als Totalitäre Transformation.

Das erste Kaplaken aus der Feder dieses eminent gebildeten Mannes ist eine unbedingte Leseempfehlung. Henkel kommt zu einer ernüchternden und alarmierenden Bestandsaufnahme: Natürlich wußten wir längst, daß chaotische Unverbindlichkeit in Unregierbarkeit münden würde, wenn der Staat sich nicht erneut ins Totalitäre transformierte.

Ein fundierter, gründlicher Essay über das, was der Staat plant und tut - hier bestellen.

Schattenmacher: Anarchotyrannei – 10 €

Die 2. Auflage dieses wichtigen und deutlichen Textes ist nun erhältlich - kaum je mußten wir ein Kaplaken so rasch nachdrucken.

Worum geht es? Es geht um das Nebeneinander von tyrannischen und anarchistischen Zuständen zur gleichen Zeit. Der Staat greift von oben ohne jedes Augenmaß dort zu, wo er noch zugreifen kann - dort also, wo mitteleuropäisches Rechtsverständnis die Verhaltensgrundlage bildet. Gleichzeitig hat er die Lage nicht mehr im Griff, läßt anarchistische Zustände zu und hat streckenweise sein Gewaltmonopol bereits aufgegeben.

Dieser Zustand (noch einmal: Bastardmoderne!) läßt sich nicht mehr reparieren - sagt der Influencer Schattenmacher. Worauf wir zusteuern: auf eine Auseinandersetzung um eine fundamentale, harte Erneuerung des Gemeinwesens und der Spielregeln in unserem Land.

Anarchotyrannei - ein deutliches Buch – hier bestellen.

(Schattenmacher und Henkel sind übrigens Teil der jüngsten Kaplaken-Staffel, die man hier bestellen kann.)

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